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Interview mit Michael Kiolbassa, AXOR

Teil 1/4 – AXOR Interview

Die Idee hinter der Marke AXOR

Anfang 2021 steht sein 25-jähriges Jubiläum bei AXOR bevor – und damit gehört Michael Kiolbassa zu den Urgesteinen der Marke AXOR des Schwarzwälder Unternehmens Hansgrohe. Umso mehr freuen wir uns, dass gerade er uns einen Blick hinter die Kulissen von AXOR gewährt. Nachdem er bereits in vielen Arbeitsbereichen rund um die renommierte Marke gearbeitet hat, ist er heute für die weltweiten Märkte verantwortlich, Ansprechpartner für internationale Kollegen und trägt AXOR – mit großer Begeisterung und Leidenschaft – hinaus in die Welt.

AXOR und hansgrohe: Zwei Marken für ein Unternehmen. Die eine mit Armaturen im Sortiment, die andere hat einst mit Brausen begonnen. Spannend ist auch die Geschichte dahinter.

Wie hat sich AXOR als eigenständige Marke von Hansgrohe entwickelt? Und vor allem: Warum?

Michael Kiolbassa: Das Unternehmen Hansgrohe ist seit jeher ein bekannter Brausenhersteller gewesen. Wir haben Brausen produziert, entwickelt, verkauft. Armaturen gab es lange Zeit nicht im Sortiment von Hansgrohe. Es gab damals schon so viele Armaturenhersteller auf der ganzen Welt. Die Frage war, ob jetzt noch jemand auf weitere Armaturen von einem Hersteller im Schwarzwald wartet. Deshalb brauchten wir etwas ganz Besonderes – im Design und in der Funktion. Erst Anfang der 1980er Jahre hat sich das Unternehmen dazu entschieden, auch Armaturen mit ins Sortiment aufzunehmen. 1981 ist dann unsere erste Armaturen Linie auf den Markt gekommen – Allegroh. Wie Allegro aus der Musik für heiter nur mit dem H für Hansgrohe. Allegroh war die Armatur mit dem ersten Bügelgriff und der ersten Drehschnaube.

Die Resonanz war durchweg positiv. Wir hörten immer wieder: Die Schwarzwälder können nicht nur tolle Brausen herstellen, die machen auch gute Armaturen. Mit Uno kam 1985 die erste Farbarmaturen-Linie auf den Markt – und so ging das immer weiter.

Wir haben jedoch festgestellt, dass wir mit den Armaturen in einem anderen Preis- und Marktsegment Anklang finden, und zwar im HighEnd- und Luxus-Segment. Da hat man im Unternehmen eine sehr weise Entscheidung getroffen, um die Marke hansgrohe nicht über viele Marktsegmente auszudehnen. Es wurde beschlossen, eine eigene Marke für Armaturen und Brausen im obersten Marktsegment zu etablieren – und das war die Geburtsstunde von AXOR. Aus diesem Gedanken heraus wurden Spezialisten engagiert, die sich nur auf dieses Segment konzentrieren, die mit weltbekannten Designern zusammenarbeiten und sich auf eine außergewöhnliche Produktplanung und -entwicklung fokussieren. Nun stand alles, nur eins fehlte noch: Der Name.

AXOR – oder anders: Goldenes Wasser

Michael Kiolbassa: Auch hier wurde sich wieder an einen Experten gewandt. Der Markenname sollte geheimnisvoll und hochwertig klingen. Er schlug uns AXOR vor. „AX“ ist das alte, keltische Wort für Wasser. Heute findet man dies in abgewandelter Form auch beispielsweise im Ort Schilt-ach. „OR“ steht im Spanischen, Französischen und Italienischen für Gold. AXOR steht sinngemäß also für goldenes Wasser.

Damit hatten wir dann Anfang der 1990er Jahre alles. Wir hatten den Namen AXOR, eine Mannschaft dahinter und die ersten Produkte – und so hat 1993 alles mit AXOR angefangen.

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